Kippt der Yen Carry-Trade?
Am 4. Mai haben wir geschrieben: USDJPY 140 ist aktuell die wichtigste Zahl der Welt.
Nicht weil 140 irgendeine magische Chartmarke wäre. Sondern weil an dieser Achse entschieden wird, ob aus einer Bewegung im Yen ein globales Liquiditätsereignis wird. Damals war unsere These klar: Die Gefahrenzone beginnt nicht erst bei 140. Sie beginnt dort, wo der Markt begreift, dass 140 erreichbar wird.
Im Podcast gibt es eine persönliche Anmerkung zum verbreiten offensichtlicher Fake-News vieler sogenannter Experten, Börsen-Gurus u.ä. Gedöns (wie es Alt-Kanzler Gerhard Schröder mal so schön nannte).
Am 4. September folgte der nächste Schritt.
„Die Spekulanten werden sich die Finger verbrennen.“
Die Bank of Japan hatte ihre Strategie verändert. Nicht mehr nur Milliarden in den Markt werfen, den Yen nach oben schlagen und anschließend dabei zusehen, wie die Spekulanten nach einigen Tagen wieder in denselben Trade zurückkehren.
Diesmal ging es um etwas anderes.
Der Markt soll unsicher sein. Das ist der entscheidende Unterschied.
Rate Checks. Unterschiedliche Accounts. Schläge an technischen Marken. Eine bewusst falsch gesetzte Fährte am 61,8%-Retracement. Und vor allem die permanente Frage für jeden Yen-Short: War das gerade echte Intervention? War es nur ein Rate Check? Hat jemand seine Position reduziert? Läuft bereits neues Volumen? Kommt der nächste Schlag?
Die eigentliche Idee dahinter hatten wir ebenfalls klar formuliert:
Denn sobald der Markt beginnt, Yen zu kaufen, weil er Angst davor hat, dass die BOJ Yen kaufen wird, arbeitet er für die BOJ.
Seit dem 9. September bekommt dieser Satz eine neue Qualität.
Inhalt:
- Genau das wollte die BOJ erreichen
- Aus dem Yen-Short wird ein Yen-Long
- Die Grundlage verändert sich
- 103 Milliarden Dollar sitzen auf der falschen Seite
- Die wichtigste Veränderung findet vor dem eigentlichen Unwind statt
- Wenn freiwilliges Verkaufen aufhört
- Der Markt hat die Unsicherheit verstanden
- Die Zinsdifferenz arbeitet nicht mehr nur für die Spekulanten
- Japanisches Geld muss nicht mehr zwingend ins Ausland
- Die 4-Billionen-Dollar-Frage bleibt
- Dann kommen die US-Treasuries
- Der Unterschied zu früher
- Von 153 über 142 bis 140
- Die Bank of Japan wirkt
- Kippt der Yen Carry-Trade?
- Und am Ende sitzen plötzlich zwei im selben Boot